Walter Hollstein
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AKTUELLES


Mai 2017

„Wieviel Mann geht heute eigentlich noch? Die Lage der Männer”

Live-Vortrag, Fragerunde und Signierstunde mit Walter Hollstein

Am 13./14. Mai findet in Berlin zum vierten Mal die Männerkonferenz MANN SEIN statt. Gemeinschaftlich und mit Erlebnisfaktor beleuchtet die Konferenz zwei Tage lang das Thema Männlichkeit im 21. Jahrhundert: Vorträge, Workshops, Diskussion, Austausch und Netzwerken von Teilnehmern und Sprechern aus unterschiedlichen Bereichen.
Seit 2014 bringt die Konferenz verschiedene Strömungen und Betrachtungen zum Thema Mannsein undogmatisch in Austausch.

Eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Gesellschaft ist, dass Männer lernen, mit sich und ihrem Umfeld konstruktiv umzugehen. Im Mittelpunkt der Konferenz steht die Relevanz und Notwendigkeit von Männerarbeit und Weiterbildung für eine friedvolle Gesellschaft sowie ein Geschlechterverhältnis auf Augenhöhe.

Walter Hollstein spricht an beiden Konferenz-Tagen zum Thema:
„Wieviel Mann geht heute eigentlich noch? Die Lage der Männer”, stellt sich Publikumsfragen und signiert Bücher.

Hier gibt es weitere Informationen und Karten: www.mannsein-konferenz.org
Die besonders preisgünstige Frühbucherzeit endet am 15. März 2017 um Mitternacht.

Organisiert wird die Konferenz von der gemmeinnützigen Körperschaft MALEvolution gUG, deren Team komplett ehrenamtlich und ohne Bezahlung arbeitet. Weiter Informationen gibt es hier: www.malevolution.org

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Februar 2017

AUS DEN FUGEN UND WOHIN?

Ulrich Becks letzte Zeitdiagnose

„Die Welt ist aus den Fugen...Ihre äussere Ordnung ist zerbrochen, ihr innerer Zusammenhalt verloren gegangen”. So beginnt Ulrich Beck sein letztes Buch über die „Metamorphose der Welt”. Die Folge sei unser generelles Unverständnis gegenüber der radikal verwandelten Wirklichkeit. „In diesem Buch versuche ich zu verstehen und zu erklären, warum wir die Welt nicht mehr verstehen”. Mit den traditionellen Begriffen der Sozialwissenschaften sei das, was sich derzeit vollzöge, nicht mehr zu fassen: statt Wandel also Metamorphose.

Die Entstehungsgeschichte des Buches ist tragisch. In ihrem Vorwort schreibt Becks Frau, Elisabeth Beck-Gernsheim- selber eine renommierte Soziologin: „Der 1. Januar 2o15 war ein Wintertag wie aus dem Bilderbuch: blauer Himmel, strahlende Sonne, glitzernder Schnee.” Die Becks entschliessen sich zu einem Spaziergang in Münchens Englischem Garten und diskutieren dabei die Thesen des neuen Buches. „Und dann, plötzlich, das Ende. Herzinfarkt. Ulrich kam nicht mehr nach Hause. Er starb noch im Englischen Garten”. Das unfertige Manuskript wird nun von seiner Frau und etlichen Kollegen „vollendet”.

Ulrich Beck gehört zu den produktivsten deutschen Soziologen. Über den Fachkreis hinaus bekannt wurde er 1986 mit seinem Bestseller „Risikogesellschaft” - in nahezu 4o Sprachen übersetzt. Später folgte „Weltrisikogesellschaft”. In beiden Büchern explizierte Beck, dass unsere Industriegesellschaft zunehmend ungeplante Gefahren produziert, die unsere Lebensweise in Frage stellen; das aktuelle Beispiel war damals Tschernobyl. Beck arbeitete zu jener Zeit als Professor an der Universität München, später an der London School of Economics und in Paris. Er war so auch international der renommierteste deutsche Soziologe.

In der „Metamorphose der Welt” nimmt Beck die wesentlichen Themen aus der „Risikogesellschaft” wieder auf – ein Stück weit wohl auch zu viel. Jede moderne Gesellschaft ist sozialem Wandel unterworfen, konstatiert Beck; aber dieser Wandel vollziehe sich auf einem gesellschaftlichen Boden von Gewissheiten und Traditionen. Das sei vorbei. In unserer Gegenwart ändere sich das menschliche In-der-Welt-Sein grundsätzlich, denn nun werde stetig zur Wirklichkeit, was eben noch als undenkbar galt. Das macht für Beck „Metamorphose” aus.

Wer versuche, mithilfe der in den Sozialwissenschaften zur Verfügung stehenden Konzepte des Wandels „den allgegenwärtigen Aufregungszustand der Welt auf den Begriff zu bringen”, der versuche, - so Beck in Anspielung auf Niklas Luhmann – „Pellkartoffeln zu pflanzen und zu ernten”. Immer wieder dekretiert Beck, dass „die grossen Gesellschaftstheorien eines Foucault, eines Bourdieu, eines Luhmann” unbrauchbar geworden sind, weil sie „den Fokus auf die Reproduktion und eben gerade nicht auf die Transformation oder gar Metamorphose der sozialen und politischen Ordnung” legen. Begründet wird das nicht.

Metamorphose dokumentiert sich konkret im fortschreitenden Klimawandel; zum zweiten in der Auflösung des Nationalstaats und der Globalisierung, zum dritten in der „medizintechnischen Formbarkeit des Fortpflanzungsaktes” und schliesslich in der Auflösung der sozialen Klassen, zum Beispiel durch globale Finanzmarktrisiken. Veränderungspotential sieht Beck in dem, was er „emanzipatorischen Katastrophismus” nennt: „Das Momentum der Metamorphose besteht verblüffenderweise gerade darin, dass der feste Glaube an die Gefährdung der gesamten Natur und der Menschheit durch den Klimawandel eines kosmopolitischen Wende unserer gegenwärtigen Lebensweise herbeiführen und die Welt zum Besseren ändern kann.” Das ist – mit Verlaub – naiv und bewegt sich, wie etliches in diesem Buch, auf der Ebene blosser Behauptung. Sicher enthält dieses nachgelassene Manuskript viele wichtige Gedankenanstösse; aber es bleibt en somme eben unfertig.

Was Beck in seiner Gesellschaftsanalyse nur streift, analysiert der Frankfurter Soziologe Oliver Nachtwey in seinem Buch „Die Abstiegsgesellschaft” auf überzeugende Weise. Seine Grundthese ist, dass aus unserer Gesellschaft des Aufstiegs und der sozialen Integration eine Gesellschaft des sozialen Abstiegs, geworden sei. Unter der Oberfläche einer scheinbar stabilen Gesellschaft erodierten seit Langem die Pfeiler der sozialen Integration, mehren sich Abstürze und Abstiege. Prekarität und Polarisierung seien heute Kennzeichen des sozialen Systems. Nachtwey belegt das mit vielen Daten und seinen eigenen Erfahrungen in der industriellen Arbeitswelt. Historisch macht er die „grosse Transformation des Sozialstaats” an der Agenda 2o1o des damaligen Kanzlers Schröder fest. Im Zuge der regressiven Modernisierung vollziehe sich die „Institutionalisierung von Prekarität”. Jeder müsse den Abstieg fürchten. Die Menschen reagierten mit einem „arbeitswütige Selbstproduktivismus”.

Nachtweys Analyse dürfte zum Wichtigsten der letzten Jahre gehören; sie dokumentiert auch, dass Soziologie durchaus mit dem auskommen kann, was derzeit an Begrifflichkeit zur Verfügung steht.

Walter Hollstein

Ulrich Beck, Die Metamorphose der Welt. Berlin (Suhrkamp) 2017, 267 S.
Oliver Nachtwey, Die Abstiegsgesellschaft. Berlin (Suhrkamp) 2016 264 S.
(Bücherjournal der Neuen Zürcher Zeitung, März 2017)

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April 2016

«Der Untergrund – Zur Soziologie jugendlicher Protestbewegungen»

Mein Buch »Der Untergrund - Zur Soziologie jugendlicher Protestbewegungen«, das 1969 bei Luchterhand erschienen ist und sich damals zu einem Bestseller mit mehreren Auflagen entwickelte, ist neu und neu bearbeitet bei Coessenza in Italien erschienen.

Aus dem Originalvorwort:
«Pubblicato per la prima volta in lingua italiana nel 1971, Underground. Sociologia della contestazione giovanile, ha fornito le basi teoriche per la comprensione della semiotica della contestazione giovanile, equipaggiando lo scienziato sociale di innovative lenti interpretative circa lo studio delle tendenze politico-ideologiche che hanno interagito dentro e contro la cultura occidentale del secolo scorso. A quarant’anni
dalla sua pubblicazione Underground non ha smesso di dialogare con il presente: Walter Hollstein ha illustrato quanto «l’idea di una razionalità storica totale e una specificità, se non proprio di classe quantomeno di percezione psicologica, hanno favorito un processo di auto-identificazione dei gruppi giovanili e di autonomia del soggetto in uno spazio collettivo, nell’underground metropolitano, nei centri accademici, presentando davanti agli occhi degli osservatori una popolazione fluttuante, un contesto magmatico in cui il territorio giovanile appare, nei flussi comunicativi e
nella miriade di forme aggregative e solidali, apparentemente distinto e correlato, capace di causare un indebolimento dei meccanismi di riproduzione sociale, una scollatura dei rapporti inter-generazionali e depauperamento dei criteri che regolano l’organizzazione della polis. In prevalenza goliardico-controculturale e studentesco, nel movimento degli anni Sessanta è dunque prevalsa la ricerca di una identità giovanile, una identità possibile di movimento perché sradicata da ogni tipo di rapporto di appartenenza, una, perché no, risposta all’atomizzato e anonimizzato ruolo che le spinte della modernizzazione intendevano riservare al nuovo soggetto sociale».
Dalla prefazione di Luca Benvenga


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Februar 2015

Wie bleibt Mann gesund?

26. Zürcher Präventionstag

Freitag, 20. März 2015
9.00 - 16.30 Uhr

Ort Pfarreizentrum Liebfrauen
Weinbergstr. 36, 8006 Zürich
(oberhalb Central)

Anmeldung www.gesundheitsfoerderung-zh.ch/anmeldung
(ab Ende Februar 2015 bis 13. März 2015 möglich)

Information Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich (EBPI)
Tel. 044 634 46 29 (keine telefonische Anmeldung)

Tagungsleitung Rainer Frei, RADIX & Roland Stähli, EBPI


Anmeldung notwendig

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August 2014

Männerkongress 2014

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

unter dem Titel "Angstbeißer, Trauerkloß, Zappelphilipp? – Seelische Gesundheit bei Männern und Jungen" findet an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf am 19. und 20. September 2014 der inzwischen 3. Männerkongress statt.

Unsere Veranstaltung bringt renommierte WissenschaftlerInnen und FachreferentInnen zusammen, die eine Bestandsaufnahme zur psychischen Gesundheit von Jungen und Männern leisten werden. In zahlreichen aktuellen Beiträgen untersuchen sie die Zusammenhänge zwischen rollentypischen Risiken und deren Auswirkungen auf Jungen und Männer. Die Veranstalter laden alle Interessierten – Männer und natürlich auch Frauen – zu einem spannenden Dialog ein, der nicht nur die seelischen Beeinträchtigungen von Jungen und Männern in den Mittelpunkt stellt sondern auch Lösungswege aufzeigen soll.

Weitere Informationen zum Programm, zu den Veranstaltern und zur Anmeldung entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer oder unserer Webseite » www.maennerkongress2014.de.

Per Mail erreichen Sie uns unter » kontakt@maennerkongress2014.de

Wir freuen uns über Ihr Interesse und bitten Sie um Weiterleitung dieser Einladung an Ihre Mitglieder, KollegInnen und Netzwerke.


Mit freundlichen Grüßen, für die Veranstalter

Prof. Dr. Matthias Franz
OA André Karge

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Juli 2014

Aus: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 13. Juli 2014

Vater Staat entwickelt sich immer mehr zu Mutter Staat

Unsere Gesellschaft wird verständnisvoller und nachgiebiger – das ist gut so. Die Abkehr vom Leistungsprinzip, von Strenge und Strafe kann allerdings gefährliche Folgen haben,

schreibt Walter Hollstein.

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März 2014

Deutscher Väterpreis

06. März, 11:30 Uhr

EMPFANG
PREISVERLEIHUNG

ERÖFFNUNGSREDE
Prof. Dr. Ulrike Detmers
Gesellschafterin und Mitglied der zentralen Unternehmensleitung der Mestemacher-Gruppe Initiatorin zivilgesellschaftlicher Engagements für Gleichstellung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf

GRUßWORT
Manuela Schwesig
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

FESTANSPRACHE
Prof. Dr. Walter Hollstein
Soziologe und Männerforscher
Autor des Buches „Was vom Manne übrigblieb. Das missachtete Geschlecht”

PRÄSENTATION DER PREISTRÄGER
Prof. Dr. Ulrike Detmers

LAUDATORINNEN DER SPITZENVÄTER
Dr. Sigrid Evelyn Nikutta
Vorsitzende des Vorstandes / Vorstand Betrieb Berliner Verkehrsbetriebe AöR (BVG)
Dr. Margit Weber
Frauenbeauftragte der Ludwig-Maximilians-Universität München
Sprecherin der Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an bayerischen Hochschulen

LAUDATIO FÜR DEN SONDERPREISTRÄGER
Dr. Heiko Lohmann
Herausgeber „Gasmarkt Deutschland” Berater / Experte Energiemarkt Europa

PREISÜBERGABE
Albert Detmers
Geschäftsführender Gesellschafter in der Mestemacher-Gruppe
und Prof. Dr. Ulrike Detmers

DANKESWORTE DER PREISTRÄGER

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